© Fritz Busam

Preisträger BDA-Architekturpreis Nike 2007

Sanierung Olympiastadion

Berlin

© Fritz Busam

Sanierung Olympiastadion

Berlin
Projekt
Sanierung Olympiastadion Berlin
Architekt
gmp von Gerkan, Marg und Partner
Bauherr
Land Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Das Berliner Olympiastadion bildet mit dem Olypiapark des ehemaligen Reichssportfeldes eine der bedeutendsten Sportanlagen Europas. Als Bau- und Gartendekmal verkörpert es die turbulente deutsche Baugeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 2006 wurde das Stadion saniert und modernisiert. Der Entwurf betrachtet das  Olympiastadion nicht als isolierten Bau, sondern als zentralen Bestandteil des vom Werner March gestalten stadtlandschaftlichen Gesamtensembles – übergeordnete räumliche Qualitäten wurden aufgegriffen und bestehende Bezüge gestärkt. Die mit der Modernisierung einhergehenden baulichen Änderungen wurden behutsam in den Bestand integriert. Das Konzept berücksichtigt die neue Dachkonstruktion die prägnante Sichtachse vom Stadioninnenraum durch das Marathontor zum Glockenturm nicht. Alle notwendigen Neubauten sind unterirdisch außerhalb des Stadions untergebracht, so das dessen Anmutung erhalten bleibt. Das neue Dach setzt sich durch seine Konstruktion und Materialwahl bewusst von der festen Tektonik des historischen Stadionsbau ab. Im inneren ruht es auf 20 Stahlstützen, die mit 25 Zentimetern Durmesser extrem schlank ausgebildet sind.

Die Sanierung des Olympiastadions durch die Architekten gmp war eine ganz besondere Aufgabe: Das gilt sowohl für den Erhalt und die Erneuerung der alten Bausubstanz sowie für die Neuinterpretation des historisch überaus belasteten Bauwerks aus den dreißiger Jahren. Die Intervention der Architekten respektiert die räumliche Abfolge der Gesamtanlage und ergänzt behutsam, so dass das städtebauliche Denkmal kaum angetastet wird. Das Dach fügt sich als neues Element dem historischen Bau mit außerordentlichem Feingefühl ein und erzeugt einen beeindruckenden Innenraum. Dabei haben die filigranen Eigenschaften der Stahlrohrfachwerkkonstruktion, die integrierte Lichtgestaltung und die Akustik dazu geführt, dass weniger das steinerne Oval als vielmehr der horizontale Abschluss des Stadions zum wesentlichen Gestaltungselement der Architektur wird. Gmps neue, von zeitgenössischer Entschiedenheit geprägte Raumbildung ist beispielgebend, wie ein ideologisch befrachtetes Bauwerk mit räumlich-architektonischen Mitteln neu interpretiert werden kann.

© Marcus Bredt
© Marcus Bredt
© Fritz Busam
© Fritz Busam

Preisträger

BDA-Architekturpreis Nike 2007 – Nike für die beste Raumwirkung